Herausforderung Demenzkranke
Pflegt man alte und kranke Menschen, ist das für viele Zivildienstleistende manchmal zunächst bedrückend, nach anfänglicher Scheu aber häufig eine Bereicherung. Es werden nicht selten Freundschaften geschlossen, zumindest aber vertrauensvolle Verhältnisse aufgebaut, in denen man durch den Altersunterschied und die völlig verschiedenen Lebenserfahrungen neue Perspektiven erlangt. Für viele Neulinge ist es allerdings bedrückend, wenn Demenz diese Annäherung erschwert. Wenn Demenz Symptome dafür sorgen, dass man sich an einem Tag noch gut mit einem Menschen unterhält, der einen am nächsten Tag nicht mehr kennt. Auf gar keinen Fall darf man dies persönlich nehmen oder aggressiv reagieren, muss sich immer bewusst sein, dass sie nichts dafür können.
Der Umgang mit Demenzkranken erfordert auch besondere Maßnahmen in der Unterbringung. Patienten zu isolieren hat negative Auswirkungen auf ihre Verfassung. Besser ist es, wenn sie weiterhin ein möglichst normales, geregeltes Leben führen können, bei dem sie von Betreuern gelegentlich angeleitet und unterstützt werden. Cantou ist zum Beispiel so eine Wohnform, in der ähnlich wie in einer WG jeder am gemeinschaftlichen Alltag beteiligt wird. Durch gemeinsames Kochen oder Basteln wird das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gestärkt, die Patienten bleiben in einen geregelten Tagesablauf und vor allem eine soziale Gemeinschaft eingebunden.
Solch eine alternative Pflege und Unterbringung sorgt dafür, dass viel mehr Lebensqualität erhalten bleibt. Hier fällt es auch Zivildienstleistenden leichter, mit der Situation umzugehen, denn die Zusammenarbeit zwischen ihnen, Betreuern und Angehörigen wird ganz großgeschrieben. Angehörige etwa kann man nach der Lebensgeschichte ihres Verwandten fragen und diesen dann auf seine Erfahrungen ansprechen. Oftmals ist bei Vergesslichkeit und Demenz das Langzeitgedächtnis wesentlich weniger beeinträchtigt. Über das gemeinsame Aufbereiten von Erinnerungen kann leichter ein Dialog entstehen, die Kontaktaufnahme erleichtert und Annäherung zwischen Zivildienstleistendem und Patienten erreicht werden.
Aktualisiert am 23. 05. 2011
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